{Blog-Serie} ― Natürliche Familienfotografie: Erkenne die Einzigartigkeit deiner Fotografie

 

Wie ich dir in diesem Teil der Blog-Serie Natürliche Familienfotografie erzählt hatte, gab es einen Punkt in meinen „fotografischen Karriere“, an dem ich die Verbindung zu mir verloren hatte. Ich verbrachte Stunden damit, die Instagram-Feeds, Portfolios, Galerien und Webseiten anderer Fotografen anzuschauen. Und ich kam immer zu dem gleichen Ergebnis: Ich bin schlecht und so gut wie die, werde ich niemals sein.

Diese Gedanken sind ein Teufelskreis, denn sie bestätigen sich immer wieder selbst: Wenn Du davon ausgehst, dass Du und deine Fotografie nicht gut genug sind, wirst Du dich permanent selbst blockieren und begrenzen. Du wirst in einem Shooting niemals dein volles Potential ausschöpfen können und wirst am Ende wieder zu dem Schluss kommen, dass Du eben doch nicht gut bist.

„Der schönste Rosenstrauch ist nicht der
mit den wenigsten Dornen,
sondern der mit den prächtigsten Blüten.“

— Bodo Schäfer

Es ist eine zutiefst menschliche Eigenschaft, auf die Dinge zu achten, die Du nicht kannst, nicht hast und nicht verstehst. Dabei ist es viel wichtiger zu lernen, die vorhandenen Talente bestmöglich zu nutzen. — Es ist niemals allein die Begabung, die den Ausschlag macht. Außergewöhnliche Leistungen sind meist auf Training, Ausdauer und Entschlossenheit zurückzuführen.

Beginne dort, wo Du dich gerade befindest. Konzentriere dich auf deine Stärken und bau’ diese aus. Hör’ auf, mit deinen Schwächen und „Fehlern“ zu hadern, sondern betrachte sie vielmehr als Chance, neue Wege zu gehen und mit Menschen zu kooperieren, die genau dort Stärken haben. — Es ist wie bei einem Kartenspiel. Eine Karte für sich ist weder gut noch schlecht. Erst das gesamte Blatt entscheidet darüber, wie alle Karten zusammenpassen. Erkenne die Vorteile hinter deinen vermeintlichen „Nachteilen“. Was lange Zeit belächelt wurde, könnte irgendwann zu deinem Markenzeichen werden.

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Bleib’ bei dir und erkenne deine Einzigartigkeit. Sei dankbar für das, was Du hast. Denn ein Vergleich mit anderen ist im Grunde weder sinnvoll noch möglich. Fühlst Du dich dabei unterlegen, verlierst Du sehr wahrscheinlich an Selbstvertrauen und Mut und zweifelst an dir. Und der Teufelskreis, von dem ich oben sprach, beginnt. Fühlst Du dich jedoch überlegen, ist auch dieser Maßstab fragwürdig. Denn möglicherweise hat der andere einfach aufgehört, sich auf einem bestimmten Gebiet weiterzuentwickeln und Du würdest deinen Erfolg auf seinem „Stillstand“ aufbauen.

Im Übrigen entstehen aus dem Vergleich mit anderen immer auch Neid und Eifersucht. Zwei negative Gefühle, die dir unglaublich viel Energie rauben. Energie, die Du viel besser dafür nutzen könntest, dein eigenes Potential zu sehen und zu nutzen.

Finde deine Stärken

Solltest Du dich gerade ganz akut in der Abwärtsspirale der Vergleichsfalle befinden, rate ich dir: Zieh’ dich (soweit Du kannst) aus den sozialen Medien zurück und nutze die Zeit, um dich mit dir zu beschäftigen. — Wenn Du magst, schau’ dir deine Arbeiten der letzten Jahre an und such’ dir fünf bis zehn Bilder aus deinem Portfolio heraus, bei denen dein Bauch vor Begeisterung kribbelt. Bilder, an denen Du dich nicht satt sehen kannst und bei denen Du spürst, dass Du genau davon noch mehr kreieren willst.

Fotografien, die das Herz berühren, entstehen oft intuitiv. Trotzdem — oder gerade deshalb — ist es sinnvoll, sie zu analysieren, um herauszufinden, was genau es ist, das dir förmlich unter die Haut geht. Denn nur so kannst Du ein ähnliches Kunstwerk bei deiner nächsten Fotosession reproduzieren. Nimm dir Stift und Zettel und sieh’ dir deine Fotografien genau an. Lass’ dich von den folgenden Fragen inspirieren und tauche tief in deine Bilder ein:

  • Welche Gefühle lösen die Bilder in dir aus? Was spricht dich besonders an? Wie würdest Du die Stimmung auf diesen Bildern beschreiben? Welche Atmosphäre, welchen emotionalen Zustand hast Du eingefangen?

  • Wie ist das Zusammenspiel von Licht und Schatten? Welches Licht hast Du genutzt? Wie hast Du dein Objekt vor dem Licht positioniert? Wo hast Du fotografiert und welchen Einfluss hatte der Ort auf die Lichtwirkung?

  • Welche Motive finden sich immer wieder in deinen Aufnahmen? Wozu fühlst Du dich hingezogen? Hast Du eher eine Szene im Ganzen festgehalten oder dich auf Details konzentriert? Wie ist die Schärfe in deiner Aufnahme verteilt?

  • Vielleicht kannst Du dich auch noch an das Shooting und dessen Bedingungen erinnern: Wie ist es abgelaufen? Wie war die Atmosphäre? Was lief gut, wie hast Du deinen Arbeitsfluss organisiert? Was war hilfreich für dich?

  • Welche Farben dominieren in deinen Bildern? Vielleicht sind alle Bilder eher luftig leicht und hell oder eher kontrastreich, dunkler und atmosphärischer?

Nachdem du diese Fragen beantwortet hast: Welche Gemeinsamkeiten kannst Du über alle diese Fotografien hinweg feststellen? Wo gibt es Ähnlichkeiten? Vielleicht konntest Du aber auch viele Unterschiede feststellen, die dir Aufschluss darüber geben, welche Elemente eben nicht zentral für deinen Stil sind und sich von Session zu Session unterscheiden (können).

Zwischen Imitation und Inspiration

Egal, ob Du „nur“ für dich persönlich oder für Kunden fotografiert: Oft kann es tatsächlich hilfreich sein, Bilder anderer Fotografen, die dich ganz besonders ansprechen, zu „lesen“. Sie also genauso detailliert zu untersuchen, wie Du es gerade mit deinen eigenen Bildern getan hast, um die „Technik“ hinter dem Bild zu verstehen. Die dabei gewonnenen Erkenntnisse kannst Du im deinem nächsten Shooting einbauen und mit ihnen experimentieren.

„Alte Wege werden niemals
neue Türen öffnen.“

— Unbekannter Verfasser

Aber (und dieser Punkt ist wirklich unglaublich wichtig): So lange Du andere Künstler nachahmst, bleiben deine Aufnahmen eben auch „nur“ Kopien. Du wirst kein Original und Du tappst wieder in die Vergleichsfalle. — Es ist so, als würdest Du die Klamotten, einer anderen Person anziehen. Sie mögen zwar irgendwie passen, aber sie zwicken hier und da und es fühlt sich komisch an, wenn Du sie trägst. Denn darunter bleibst Du immer noch Du.

Mit zunehmender Sicherheit und Erfahrung in der Fotografie, wirst Du sehr wahrscheinlich deinen eigenen Stil heraus kristallisieren, ausbauen und diesen immer mehr verinnerlichen. Wenn Du ein Bild kreierst, das deinem Innersten entspricht und widerspiegelt, was dir am meisten bedeutet, kannst Du dich damit identifizieren und „verbinden“, wie Du es noch nie vorher getan hast. — Du wirst DICH in diesem Bild sehen und wirst es annehmen können als das, was es ist: DEINE Kunst. Dich ganz in deine Fotografien hineinzugeben, dich in ihnen zu verlieren und in ihnen wiederzufinden, bedeutet, dir selbst zu erlauben, einzigartig und „genug“ zu sein.

Dieser Beitrag ist Teil 3 der Blog-Serie Natürliche Familienfotografie, die ich zusammen mit der wunderbaren Kristina von KRISTINA KOEHLER FOTOGRAFIE ins Leben gerufen habe. Ich freue mich auf dein Feedback, gern auch in unserer Facebook-Gruppe. Du willst noch mehr lesen? Dann findest Du alle bisher erschienenen Posts dieser Blog-Serie in der nachfolgenden Übersicht:

  • Teil 1:
    Was Lifestyle Fotografie ist und warum es mehr als gute Technik für gute Bilder braucht

  • Teil 2:
    Warum Du das Warum hinter deiner Fotografie kennen solltest und wie Du es findest

  • Teil 4:
    Warum aus deinen größten Herausforderungen deine größten Erfolge werden

  • Teil 5:
    Warum deine Ausstrahlung der Schlüssel zu atemberaubenden Bildern ist

Habe ich dich neugierig gemacht, hast Du Fragen oder Anregungen? Hast Du vielleicht das Gefühl, dass Du mit deiner fotografischen Arbeit gerade irgendwie feststeckst und Inspiration, vielleicht in Form eines Mentorings, gut gebrauchen könntest? Dann freue ich mich riesig auf deine Nachricht über das Kontaktformular, per Mail an hallo@allesbeginntmitdir.de sowie via WhatsApp und Telegram oder ― ganz altmodisch ― übers Telefon unter 0151 65105246.

 
FotografieKarolin Rögner