{Blog-Serie} ― Natürliche Familienfotografie: Warum Du das Warum hinter deiner Fotografie kennen solltest und wie du es findest

 

Vielleicht ist deine fotografische Reise so ähnlich wie meine: Das Fotografieren begleitet mich schon mein halbes Leben. Als ich 12 Jahre alt war, schenke mein Papa mir meinen ersten Fotoapparat und ich knipste sprichwörtlich alles, was mir vor die Linse kam. Anfang 2012 kaufte ich mir dann meine erste Spiegelreflexkamera, eine PENTAX für Einsteiger. Und auch wenn sie vorerst nur im Automatik-Modus lief, war ich absolut gefesselt. Langsam tastete ich mich an die vielen verschiedenen Funktionen heran und verstand das „Prinzip Licht“ immer mehr. Meine Bilder wurden besser und immer mal wieder fragte mich eine Freundin, ob ich denn nicht z.B. Fotos von ihrem Baby-Bauch oder der Taufe ihres Kindes machen könnte.

Irgendwann richtete ich mir dann einen Account bei Facebook ein, gab mir einen „professionellen Namen“ und baute meine erste Website auf. — Ich machte mir über meine Fotografie eigentlich keine großen Gedanken. Mein Hobby lief so nebenher und es bereitete mir einfach Freude. Hier und da produzierte ich mal ein wirklich tolles und sehr aussagekräftiges Bild, wobei ich im Nachhinein aber nicht hätte sagen können, wie ich das genau angestellt hatte und wie ich eine ähnliche Aufnahme erneut hätte gestalten können.

All das änderte sich nach der Geburt meines Sohnes: Der Alltag mit meinem Baby raubte mir viel Kraft und Kreativität. Ich fühlte mich uninspiriert und leer. Ich stöberte täglich lange online durch die Instagram-Feeds und Galerien anderer Fotografen und sagte mir immer wieder: „Die können das alle viel besser als ich. Dieses Level werde ich niemals erreichen. So erfolgreich werde ich nie sein.“ Und dann glaubte ich, wenn ich mir nur noch dieses oder jenes Objektiv kaufe oder noch diese Presets, dann werden meine Bilder besser, dann werde ich zufriedener sein, dann werde ich mehr Aufträge haben, dann werde ich … 

Heute mit sehr viel Abstand weiß ich, ich hatte damals irgendwie den Draht zu mir verloren. Ich konnte mit mir selbst nicht Schritt halten. — Statt mich auf mich zu besinnen, lenkte ich mich ab, schaute neidisch auf andere und entfernte mich so noch mehr von mir. Ich stellte mir die falschen Fragen und befand mich in einem Teufelskreis negativer Gedanken, die sich immer wieder selbst bestätigten. Wenn ich von mir selbst und meiner Arbeit nicht überzeugt bin, wie kann ich dann andere Menschen überzeugen?

„Sei eine Stimme,
Kein Echo.‟

— Unbekannter Verfasser

Worauf will ich nun eigentlich hinaus? Ich hatte bis zu diesem Punkt meiner fotografischen Entwicklung nichts getan, um die Einzigartigkeit meiner Fotografie herauszuarbeiten. Ich hatte eine Webseite aufgebaut, schrieb darauf etwas (in der dritten Person) über mich und darüber, was ich glaubte, was „potentielle Kunden“ gerne hören wollen: Dass Fotografieren nicht nur ein Hobby für mich ist, sondern mein Weg mich auszudrücken; dass ich Momente einfangen und Geschichten erzählen kann; dass es mir so gelingt, mich auf die kleinen Details des Lebens und das Schöne im Alltag zu fokussieren. An diesen Sätzen ist nichts verkehrt und sie sind auch nach wie vor zutreffend für mich, aber sie sind austauschbar und ihnen fehlt es an Tiefe. Ich erwartete, als etwas Besonderes betrachtet zu werden, verhielt mich aber nur durchschnittlich.

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Wenn Du bisher nicht dein Warum hinter deiner kreativen Ausdrucksform, der Fotografie, entdeckt hast, ist es unheimlich schwer, zwischen all den vielen anderen Fotografen gesehen zu werden. Nicht weil das, was Du tust, nicht schön oder hochwertig ist, sondern weil nicht genug von DIR, deinem Herz und deiner Seele, in deiner Arbeit steckt. Es geht nicht darum, es besser zu machen; es geht darum, es anders zu machen. Einen Unterschied zu machen. Du allein bist das entscheidende Element, das dich von den anderen unterscheidet. Niemand auf diesem Planeten sieht die Welt so wie du.

„Fotografien sind unsere Autobiografie;
unser Weg zu erzählen, wer wir sind.‟

— Frei nach Jan Phillips

Dein Warum ist das Fundament deiner Fotografie. Es ist dein emotionaler (Hinter-)Grund tief in dir — entstanden durch deine persönliche Lebensgeschichte — und deine ganz individuelle Motivation, die dich antreibt, die Kamera in die Hand zu nehmen. Darüber hinaus bestimmt es deinen Anspruch, deine Intention und deine Ziele und wird gleichzeitig von diesen auch beeinflusst. Es ist nicht statisch, sondern es verändert sich im Laufe der Zeit. Wenn Du dein Warum kennst, werden auch dein Was und dein Wie klarer.

Vor allem, wenn Du planst, um deine Fotografie ein Business aufzubauen, ist es meiner Meinung nach unerlässlich, dein Warum zu kennen. Natürlich reicht das allein nicht aus, um dir Aufträge zu bescheren und erfolgreich zu sein, aber es hilft dir, Entscheidungen in deinem Sinne zu treffen und Du damit innerlich Abstand nehmen könntest von der Frage „Wie machen es die anderen?“ und dich vielmehr damit beschäftigen könntest, ob das, was Du tust und wie Du es tust, mit deinem Warum im Einklang stehen. — Doch das für mich Wichtigste ist: Das Wissen um dein Warum gibt dir die Kraft und die Gelassenheit, gegenüber anderen Fotografen keinen Neid und keine Missgunst mehr zu empfinden. Es hilft dir, Angst zu verlieren und negative Gefühle wie Ablehnung und Abwertung loszulassen, und dich nur auf dich zu konzentrieren sowie deinen Weg und deine Entwicklung im Blick zu behalten.

Dein ganz persönliches Warum zu finden, ist sicher nichts, was Du mal eben so nebenbei machst. Es braucht Zeit, vor allem auch dann, wenn Du wirklich tief in das Thema eintauchen möchtest. Die folgenden Fragen haben mich auf dieser Reise, die übrigens immer noch andauert, unterstützt:

  • Wie ist die Fotografie in dein Leben gekommen? Wie hat die Fotografie dich gefunden?

  • Warum hast Du ausgerechnet die Fotografie als deine Ausdrucksform auserwählt und malst nicht oder schreibst Gedichte? Was gibt dir die Fotografie, was findest Du in der Fotografie, was Du sonst nirgendwo anders findest?

  • Auf welche Weise siehst Du die Welt? Was kannst nur Du sehen, kannst nur Du fotografieren, was sonst niemand sehen kann? Was fotografierst Du am liebsten? Was macht deine Fotografie für dich anders und besonders?

  • In welchen Momenten deines Lebens brauchst Du die Fotografie ganz besonders? Wie geht es dir, wenn Du längere Zeit nicht fotografiert hast?

  • Wenn Du deine besten Arbeiten anschaust: Was fühlst Du? Was möchtest Du mit deinen Bildern ausdrücken, welche Botschaft sollen sie aussenden?

Eine ebenfalls sehr effektive Technik , um das eigene Warum zu finden, ist die so genannte Five-Why-Methode, die aus dem Bereich des Qualitätsmanagements stammt. Dabei würdest Du dich z.B. in einem ersten Schritt fragen: „Warum fotografiere ich?“ Vielleicht ist deine Antwort: „Weil ich mich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren möchte.“ Dann fragst Du dich im zweiten Schritt: „Warum möchte ich mich auf die schönen Dinge des Lebens konzentrieren?“ Und schaust, welche Antwort dann zu dir kommt. Das tust Du solange, bis Du zu einem ganz tiefen Warum vorgedrungen bist, das dich berührt und ganz viel in dir zum Klingen bringt.

All das, was ich hier mit dir teile, ist nur MEIN Weg. — Ich weiß, dass ich mich während meiner (fotografischen) Entwicklung oft geschämt oder schuldig gefühlt habe, weil ich nicht verstehen konnte, warum ich nicht von Anfang an dieses Wissen hatte und Selbstreflexion als einen wichtigen Bestandteil meiner Arbeit betrachtete; warum ich glaubte, ich könnte durch Äußerlichkeiten, wie Kamera-Equipment oder eine tolle Homepage, ein innerliche Unsicherheit übertünchen.

Und natürlich muss auch das, was mir geholfen hat, zu wachsen und mein Potential zu entfalten, nicht zu 100 Prozent für dich passen. Ich möchte dich mit meinen Worten inspirieren und dich ermuntern, selbst auf die Reise zu gehen. In deinem Tempo, in deine Richtung. Schritt für Schritt. Es ist nur ein Angebot. Du darfst dir mitnehmen, womit Du dich wohl fühlst.

Dieser Beitrag ist Teil 2 der Blog-Serie Natürliche Familienfotografie, die ich zusammen mit der wunderbaren Kristina von KRISTINA KOEHLER FOTOGRAFIE ins Leben gerufen habe. Ich freue mich auf dein Feedback, gern auch in unserer Facebook-Gruppe. Du willst noch mehr lesen? Dann findest Du alle bisher erschienenen Posts dieser Blog-Serie in der nachfolgenden Übersicht:

  • Teil 1:
    Was Lifestyle Fotografie ist und warum es mehr als gute Technik für gute Bilder braucht

  • Teil 3:
    Erkenne die Einzigartigkeit deiner Fotografie

  • Teil 4:
    Warum aus deinen größten Herausforderungen deine größten Erfolge werden

 

Habe ich dich neugierig gemacht, hast Du Fragen oder Anregungen? Hast Du vielleicht das Gefühl, dass Du mit deiner fotografischen Arbeit gerade irgendwie feststeckst und Inspiration, vielleicht in Form eines Mentorings, gut gebrauchen könntest? Dann freue ich mich riesig auf deine Nachricht über das Kontaktformular, per Mail an hallo@allesbeginntmitdir.de sowie via WhatsApp und Telegram oder ― ganz altmodisch ― übers Telefon unter 0151 65105246.

 
FotografieKarolin Rögner