{NACHHALTIG LEBEN} Capsule Wardrobe ― Minimalismus im Kleiderschrank

 

Die Idee geniale der Capsule Wardrobe wurde von Caroline, dem kreativen Kopf hinter UNFANCY, ins Leben gerufen. In ihrem „Konzept“ sieht sie vor, pro Saison mit nur maximal 37 Kleidungsstücke auszukommen. Diese 37 Kleidungsstücke sind so ausgewählt, dass farblich und in ihrem Stil prima miteinander harmonieren. Das heißt, Du könntest im Dunkeln in deinen Kleiderschrank greifen und egal (!!!) was du heraus nimmst, du wärst in jedem Fall hervorragend gekleidet.

Zum „Radius“ einer Capsule Wardrobe zählen Oberteile, wie z.B. T-Shirts, Top, Langarm-Shirts, Pullover, Hoodies und Strickjacken, Hosen, Kleider und Röcke, Jacken/Mäntel sowie Schuhe. Nicht mitgerechnet werden hingegen Unterwäsche, Sport- und Badebekleidung, Taschen, Gürtel, Schmuck, Klamotten zum Faulenzen auf der Couch und die olle Jeans, die Du immer zum Malern anziehst.

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Mittlerweile haben sich um das Thema Capsule Wardrobe viele weitere Projekte entwickelt. Aber meiner Meinung nach geht es letztlich nicht darum, ob du nun 37 oder 39 Kleidungsstücke für dich ausgesucht hast, sondern darum, dein Leben einfacher zu gestalten. — Denn sicher kennst du das Szenario: Du stehst ratlos vor deinem Kleiderschrank, der randvoll ist mit Klamotten, und findest einfach NICHTS, was du anziehen könntest.

Mit einer Capsule Wardrobe tust Du dir etwas Gutes. Du sparst nämlich nicht nur Geld, schonst die Umwelt und ihre Ressourcen, du sparst auch deine Energie. ― Jede Entscheidung kostet dich Kraft. Willenskraft. Du brauchst sie, um deine Ziele und deine gewünschten Erfolge zu erreichen. Stell’ dir deine Willenskraft vor wie einen Muskel: Je mehr Entscheidungen Du über den Tag triffst, desto mehr und schneller ermüdet sie. (Das ist übrigens auch der Grund, warum Du am Abend eher dazu neigst, die Tafel Schokolade zu essen, obwohl Du doch eigentlich eine Runde joggen wolltest.)

Warum solltest Du also deine Willenskraft für (eigentlich) unwichtige Entscheidungen wie die Auswahl deiner Klamotten „verschwenden“?! Weil Du mit einer Capsule Wardrobe jedes deiner Kleidungsstücke magst und dich darin wohl fühlst, musst du nicht lange überlegen, was du anziehst. Greif’ einfach zu, ich verspreche dir, Du erwischst immer genau DAS Richtige.

 

Schritt 1: Ausmisten und Sortieren

Zuerst einmal trägst Du all (!!!) deine Kleidung aus allen Bereichen deines Haushalts an einem Ort zusammen. Nur so hast Du wirklich einen Überblick darüber, was Du hast. Dann beginnst du mit dem Sortieren und bildest drei bzw. vier Stapel:

Auf dem JA-Stapel sammelst Du all die Klamotten, die Du oft und gern trägst, die dir gut passen und gut stehen und die noch in Ordnung sind. (Am besten unterteilst Du diesen Stapel noch einmal in die Kleidung, die der aktuellen Jahreszeit entspricht, und die, die ihr nicht entspricht.) Auf dem VIELLEICHT-Stapel legst Du all die Teile ab, die du gern, aber möglicherweise nicht regelmäßig anziehst, die vielleicht einen emotionalen Wert für dich besitzen. Auf den NEIN-Stapel kommen schließlich all die Kleidungsstücke, die du schon ewig nicht mehr an hattest, die dir nicht mehr passen oder die nicht mehr zu dir passen, die verschlissen sind. 

 

Schritt 2: Analysieren

Von deinem NEIN-Stapel kannst Du dich direkt trennen. (Was noch halbwegs tragbar ist, könntest Du auf dem Flohmarkt anbieten, verschenken oder spenden.) Die Kleidung der VIELLEICHT- und FALSCHE-JAHRESZEIT-Stapel legst du ordentlich zusammen, verstaust sie in Kisten und räumst sie weg.

Nun schaust du dir deinen JA-Stapel sehr genau an: Welche Schnitte dominieren, was schmeichelt deiner Körperform? Was macht deinen Stil aus, was steht dir überhaupt nicht? Mit welchen drei Worten würdest Du deinen Geschmack beschreiben? Welche Farben sind vorherrschend und welche sind gar nicht zu finden? Wie sieht dein Alltag aus? Bist Du z.B. beruflich an einen bestimmten Dress Code gebunden?

 

Schritt 3: Planen

Auf den verschiedenen Blogs finden sich unterschiedliche Möglichkeiten, wie Du deine Capsule Wardrobe planen kannst. Mir war das zu umständlich, denn nach dem Ausmisten blieben bei mir ohnehin weniger als 30 Kleidungsstücke übrig. — Hilfreich fand ich dennoch die folgenden Tips:

  1. Achte darauf, dass Du mehr Ober- als Unterteile benötigst. Ich weiß auch nicht genau, warum das so ist, aber es ist einfach so. (Vielleicht ist die Wahrscheinlichkeit einfach höher, sich voll zu kleckern, als sich in Matschepampe zu setzen?!)

  2. Im Idealfall sollte sich deine Capsule Wardrobe aus nicht mehr als fünf Farben zusammensetzen: Für Hosen, Mäntel/Jacken und Taschen wählst Du zwei neutrale Basisfarben, wie z.B. (Dunkel-)Blau, Braun, Beige oder Grau, aus. Für Oberteile, Strickjacken, Schals/Tücher, Mützen und Kleider suchst du dir weitere zwei Akzentfarben aus. Zwar darfst Du dich hier ein bisschen austoben, trotzdem solltest Du darauf achten, dass auch diese beiden Farben zusammen passen. Zum Schluss entscheidest Du dich noch für einen Weiß-Ton. Weiß ist nämlich nicht immer Weiß und hat unglaublich viele Abstufungen, wie z.B. Creme, Wollweiß, Eierschale oder Off-White.

Wahrscheinlich wirst auch Du nach kurzer Zeit festellen, dass dir zu deiner „perfekten" Capsule Wardrobe noch zwei, drei Sachen fehlen. Mach’ dir eine Wunschliste und schreibe sehr konkret auf, wonach genau Du noch suchst. Halte dich beim Shopping an deine Liste, sei wählerisch und mach’ keine falschen Kompromisse hinsichtlich der Qualität, der Passform oder der Optik. Nur ein Kleidungsstück von dem Du wirklich voll und ganz überzeugt bist, wird später eine Bereicherung deiner Capsule Wardrobe sein.

 

Schritt 4: Genießen

Wie gesagt, es geht hier nicht um Zahlen und ein akkurates Vorgehen. Alles ist ein Prozess und braucht Zeit. Gewöhn’ dich langsam an die Veränderung. Deinen Stil zu finden, das kann eine Weile dauern. Zudem entwickelst Du dich ständig weiter. Es wird dir also so schnell nicht langweilig. Wenn Du das Gefühl hast, dass deine Capsule Wardrobe noch nicht 100 Prozent stimmig ist, schau’ nochmal drüber. Hol’ deine VIELLEICHT-Kiste raus und probier’ nochmal neu. Der Weg ist das Ziel.

 

Meine Erfahrung

Ich probiere mich selbst gerade die zweite Saison mit meiner Capsule Wardrobe aus und bin wirklich sehr überrascht. Einerseits davon, dass ich tatsächlich weniger als 37 Teile in meiner Capsule Wardrobe habe und diese nicht einmal alle anziehe. Und andererseits auch davon, welche Farben und Schnitte ich wirklich mag. Dieses Wissen hilft mir, Fehlkäufe zu vermeiden. ― Für die Herbstsaison bin ich noch auf der Suche nach einem (längeren) Strick-Cardigan und nach einem einfachen Sweatshirt. Da ich sonst nichts brauche, schaue ich mich zum ersten Mal in Online Shops für Fair Fashion um und investiere gern ein paar Euro mehr, kaufe aber dafür mit einem guten Gefühl.

 

 

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