{MAMA-LEBEN} ― Miteinander statt gegeneinander: Konflikte im Familienalltag bedürfnisorientiert lösen

 

Wahrscheinlich wünschst Du dir, genauso wie ich mir, ein harmonisches Familienleben. Wenn Menschen (nah) zusammen leben, gehören Konflikte einfach dazu. Und sie sind wichtig, denen sie geben dir die Möglichkeit etwas über die Menschen zu erfahren, die dir am Herzen liegen. Es geht daher nicht darum, sich einem Konflikt zu entziehen, sondern darum, eine positive Streitkultur zu entwickeln, in der Konflikte gemeinsam wertschätzend und konstruktiv gelöst werden können.

„Ich will nicht so,
wie Du willst.“

Konflikte entstehen immer dann, wenn unterschiedliche bzw. gegensätzliche Interessen aufeinander treffen und miteinander vereinbart werden müssen. Viele Erwachsene bewerten Konflikte als etwas Negatives; in Konfliktsituationen fühlen sie sich häufig überfordert und hilflos und sind heilfroh, wenn der Konflikt irgendwie überstanden ist.

Wenn Eltern in einen Konflikt mit ihren Kindern geraten, reagieren sie oft ausschließlich auf der Verhaltensebene. Die Bedürfnisse, die hinter dem „äußerlich sichtbaren“ Verhalten liegen, bleiben dabei unberücksichtigt. Das bedeutet, die Ursache des Konflikts wird nicht bearbeitet und besteht weiter, auch wenn sich die Beteiligten wieder „vertragen“ haben. „Bleiben jedoch wesentliche emotionale Bedürfnisse eines Kindes (…) unbeantwortet, ergibt sich unter Umständen langfristig ein gravierender Mangel auf emotionaler Ebene und das Bedürfnis verstärkt sich noch. Auseinandersetzungen häufen sich dann und/oder gewinnen an Intensität.“, sagt Katharina Saalfrank in ihrem Buch „Was unsere Kinder brauchen. Sieben Werte für eine gelingende Eltern-Kind-Beziehung“, das wirklich lesenswert ist.

allesbeginntmitdirKarolinRögnerFamilienfotografieBabyfotografieJenaApoldaWeimarSaaleHolzlandKreisNaumburg-1.jpg

Wenn Du in Konflikten mit deinem Kind vorwiegend auf der Verhaltensebene antwortest, findest Du dich schnell in der „Machtkampf-Spirale“ wieder, Leider entfernen dich tägliche Machtspiele mehr und mehr von deinem Kind: Sie verletzen und schaffen Misstrauen, führen zu einem Verbindungsabbruch, so dass sie am Ende keinen Gewinner hervorbringen, sondern nur zwei Verlierer. Und, so schreibt es Sabrina Heinke, Autorin des bekannten Blogs MAMAHOCH2, in ihrem Buch „Am Ende meiner Nerven sind noch Kinder übrig. Weniger schimpfen, weniger Chaos und weniger Stress im Familienalltag“, sie machen dich müde und fordern deine Energie in einem viel höheren Maß, als würdest Du mit deinem Kind gemeinsam eine Lösung suchen.

Als ich für diesen Blog-Beitrag recherchierte, stieß ich auf das folgenden Beispiel, das diesen Gedanken wirklich prima verdeutlicht: Stell’ dir vor, in deiner Küche zu Hause gibt es nur noch eine Orange. Wie aus dem Nichts brauchst Du unbedingt diese Orange. Und dein Kind auch. Ihr streitet euch, werdet lauter und energischer: „Immer willst Du die Orange haben, wenn ich sie dringend brauche.“ Eine Lösung muss her und zwar schnell. — Mit einem großen Messer schneidet ihr die Orange in zwei Hälften. Der Konflikt ist (augenscheinlich) beendet, aber trotzdem fühlt es sich für euch beide nicht gut.

Es geht auch anders —
Bedürfnisse sehen

Katja Seide und Danielle Graf empfehlen in ihrem Buch „Das gewünschtes Wunschkind aller Zeiten treibt mich in den Wahnsinn. Gelassen durch die Jahre fünf bis zehn“ sechs einfache Schritte, um Konflikte in der Familie bedürfnisorientiert zu lösen:

  1. Du erklärst deinem Kind klar, was Du dir von ihm wünschst und warum dir das wichtig ist.

  2. Du wartest kurz ab.

  3. Du sagst deinem Kind freundlich, dass Du verstanden hast, dass dein Kind in diesem Augenblick wirklich nicht anders reagieren kann.

  4. Ihr versucht gemeinsam, die Bedürfnisse hinter eurem jeweiligen Verhalten zu finden. Die Bedürfnisse werden geäußert und abgewogen.

  5. Ihr werdet kreativ und versucht im Idealfall einen Konsens, wenigstens aber einen Kompromiss zu finden, der alle eure Bedürfnisse berücksichtigt.

  6. Ihr setzt die Lösung um.

Zurück zum Orangen-Beispiel: Mit einem Blick auf die Bedürfnisse die hinter dem Interesse an der Orange liegen, könnten Du und dein Kind feststellen, dass ihr ganz unterschiedliche Ziele verfolgt. Während dein Kind nämlich die Orange auspressen und ihren Saft trinken möchte, willst Du nur die Schale haben, um damit einen Kuchen zu backen. Zugegeben, das Beispiel ist natürlich sehr konstruiert, aber ich denke, der Ansatz wird gut ersichtlich.

„Kinder brauchen die sichere und konstante Erfahrung,
dass Konfliktlösungen ohne Abwertungen und Grenzüberschreitungen
möglich sind.“

― Katharina Saalfrank

Natürlich soll das nun auch nicht heißen, dass mit diesem „Vorgehen“ Konflikte nicht mehr auftreten. Und natürlich gibt es immer auch Situationen, die einfach nicht verhandelbar sind, nämlich dann, wenn Leib und Leben oder ein wertvoller Gegenstand geschützt werden müssen. Wie Du dir sicher auch vorstellen kannst, braut es auch mehr Zeit, gemeinsam eine Lösung zu finden, als wenn nur einer das Sagen hat. Und ja, es mag auch eine ziemliche Geduldsprobe sein, mit einem Dreijährigen nach einer stimmigen Lösung zu suchen, aber es lohnt sich wirklich an dieser Stelle zu „investieren“, denn mit jedem Lebensjahr wird es leichter und spaßiger. Denn Kinder kommen wirklich auf tolle Ideen.

Und deine Beziehung zu deinem Kind wird tiefer und intensiver. Ihr hört euch zu, begegnet euch auf Augenhöhe, ihr versteht, was euch bewegt und was der jeweils andere braucht, damit es ihm gut geht. Du bist deinem Kind nah, bist offen für seine Wünsche und seine Meinung und ihr tretet in einen wertschätzenden Dialog miteinander. Eine Atmosphäre, in der ihr beide voneinander lernen und wachsen könnt.

 

Habe ich dich neugierig gemacht, hast Du Fragen oder Anregungen? Sagt dir dein Bauch, dass ich genau die richtige Fotografin für dich sein könnte oder einfach genau die Mama, mit der Du mal einen Kaffee trinken möchtest? Dann freue ich mich riesig auf deine Nachricht über das Kontaktformular, per Mail an hallo@allesbeginntmitdir.de sowie via WhatsApp und Telegram oder ― ganz altmodisch ― übers Telefon unter 0151 65105246.

 
Mama-LebenKarolin Rögner