{PERSÖNLICHE GEDANKEN} ― Was ist das überhaupt: Motherhood Photography? Und dürfen da auch die Papas mit?

 

Als mein Mann und ich uns entschieden, dass wir ein Baby bekommen wollen, ahnte ich schon, dass dies ein ziemliches Abenteuer werden würde. Als Heilpädagogin mit Kindergarten-Erfahrung wusste ich, wie ein Tag mit Kindern so aussehen kann. Rückblickend kann ich aber sagen: Ich hatte wirklich keinen blassen Schimmer.

Die ersten Tage mit unserem Sohn in den Baby-Flitterwochen wunderschön und irgendwie „verschwommen“: Wir waren alle verknallt ineinander bis über beide Ohren, ich war — nach der wirklich schönen Geburt im Geburtshaus Jena — einfach nur stolz auf mich, mein Mann umsorgte mich herzzerreißend und alles fühlte sich „richtig“ an. Trotzdem war der Alltag mit dem Räuberjungen natürlich auch unheimlich herausfordernd: Wir mussten einen neuen Rhythmus finden, uns aneinander gewöhnen und neu kennenlernen. Aus einem ICH und einem DU wurde ein WIR. Und alles war vollkommen, aber es war trotzdem auch eine große Umstellung.

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Die Tage gingen da hin und so vieles veränderte sich, stand auf dem Kopf. Themen, die mir vorher niemals wichtig waren, hatten plötzlich eine riesengroße Bedeutung. Und umgekehrt waren mir plötzlich Dinge schnurz-piep-egal, von denen ich einmal glaubte, dass ich ohne sie nicht leben könnte. Irgendwie hatte mein Dasein einen ganz neuen Sinn, eine neue Bestimmung. — Und da war auch diese Liebe, die ich so noch nie empfunden hatte. So bedingungslos und allumfassend und so groß, dass ich manchmal glaubte, sie könnte gar keinen Platz in mir, in meinem Herzen finden.

Trotzdem waren da aber auch so viele Fragen. Ich dachte viel über meine eigene Kindheit und meine Eltern nach. Welche Ereignisse hatten mich besonders geprägt, sowohl positiv als auch negativ? Was hatte mich stark gemacht, was habe ich mir mitgenommen? Was möchte ich meinem Kind mitgeben?! Was braucht mein Kind wirklich? Wie wünschte ich mir, wie ich als Mama sein möchte? Und bin ich überhaupt eine „gute“ Mutter?

Was ist das nun: Motherhood Photography? — Der Begriff kommt aus dem US-amerikanischen Raum und heißt soviel wie „Mutterschaftsfotografie“. Motherhood Photography ist damit ein Bereich der Familienfotografie und fokussiert auf die Mutter-Kind-Beziehung. Unter der Geburt, danach und natürlich auch davor während der Schwangerschaft.

Für mich ist Motherhood Photography ein Liebesbrief an das Mama-Werden und Mama-Sein. Und sie hängt für mich ganz eng mit der Frage zusammen, was es bedeutet, eine gute Mutter zu sein. — Ich habe oft das Gefühl, je mehr ich mich ganz bewusst mit meiner Rolle als Mutter auseinandersetze und alles „richtig“ machen will, desto mehr verliere ich mich und mein Kind, das WESENTLICHE aus den Augen.

Hausgeburt, Stillen, Tragen, Stoffwindeln, Familienbett, bio-vegane Ernährung aus fairem Handel, Spielzeug aus Holz, Homöopathie und Nestlé-Boykott. Manchmal scheint es so, als gäbe es einen Katalog mit Kriterien, der darüber entscheidet, ob Du zu deinem Kind eine tragfähige, (ur-)vertrauensvolle Beziehung aufbauen wirst/konntest oder eben nicht. — Bitte, versteh’ mich nicht falsch: Es spricht nichts gegen all das. (Auch wir haben getragen, lange und viel gestillt, „gestoffwindelt“ und „familiengebettet“; haben unseren Fleischkonsum reduziert und versuchen, mit wenig Plastik auszukommen. Okay, und Nestlé ist sowieso mal ganz weit außen vor.) Aber all diese Punkte sind auch keine Garantie für eine sichere Bindung. Damit die Suppe gelingt, kommt es nicht nur auf die Zutaten an, sondern auch auf die Zubereitung.

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Als ich schwanger war, als ich meinen Babysohn nach der Geburt in den Armen hielt, da war er da, dieser unbeschreibliche Zauber des Anfangs. Und dieser ganz tiefe Wunsch, es jeden Tag ein kleines Stückchen besser zu machen. In diesen zarten, liebevollen Momenten mit den Menschen, die uns am Herzen liegen, dort beginnt die Magie. Dort kann ich, dort kannst Du die Welt verändern.

Einen Menschen aufrichtig zu lieben, ihn ohne WENN und ABER anzunehmen, ihn tief zu verstehen, ihm auf Augenhöhe zu begegnen, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und ihm zu geben, was er braucht, das ist für mich der Kern unseres Miteinanders, unsere Bestimmung. Das, was wirklich zählt. Und genau das will ich mit meinen Portraits voller Gefühl und Ehrlichkeit einfangen und festhalten. — Wir sind alle nicht perfekt und müssen es auch gar nicht sein. Wir sind einfach genau richtig und gut so, wie wir sind. Und wir geben jeden Tag unser Bestes, um daraus das Beste für uns zu machen; das für uns gut genug ist.

Hey, und natürlich dürfen auch alle Papas mit aufs Bild. Denn sie gehören zu uns, ohne sie wäre das Mama-Sein nicht nur gar nicht möglich, sondern auch auch verdammt langweilig. Aus dieser Liebe konnte ein kleines Wunder wachsen und ihr eine ganz neue Mitte geben. Ihr Männer gebt uns Müttern Kraft, seid unser Fels in der Brandung, unsere starke Schulter. Ihr nehmt all das mit Leichtigkeit und Humor, was uns Sorgen bereitet. Und trotz aller Ecken und Kanten fühlt sich mit euch alles irgendwie rund an.

 

 

Habe ich dich neugierig gemacht, hast Du Fragen oder Anregungen? Sagt dir dein Bauch, dass ich genau die richtige Fotografin für dich sein könnte oder einfach genau die Mama, mit der Du mal einen Kaffee trinken möchtest? Dann freue ich mich riesig auf deine Nachricht über das Kontaktformular, per Mail an hallo@allesbeginntmitdir.de sowie via WhatsApp und Telegram oder ― ganz altmodisch ― übers Telefon unter 0151 65105246.

 
Mama-LebenKarolin Rögner